Kaffee oder Espresso: was ist der Unterschied?

Kaffee vs Espresso

Kaffee und Espresso haben beide ihre Anhänger. Doch worin liegen eigentlich die Unterschiede zwischen den beiden Heißgetränken? Wir geben dir einen Überblick und räumen mit den häufigsten Mythen auf.

Die Röstung macht den Unterschied

Der Hauptunterschied zwischen Kaffee und Espresso liegt in der Röstung und nicht etwa in der Kaffeesorte. Genau genommen kann man erst nach der Röstung von Kaffee- oder Espressobohnen sprechen. Eine Espresso-Röstung dauert etwa 18 bis 24 Minuten, während eine Kaffee-Röstung im Schnitt auf 15 bis 20 Minuten kommt. Aus diesem Grund kannst du eine Bohne schon rein optisch in die richtige Kategorie einordnen. Espressobohnen haben eine dunklere Farbe und glänzen aufgrund von austretenden Ölen. Kaffeebohnen sind dagegen heller und matter.

Espresso wird unter Druck zubereitet

Ein weiterer Unterschied ist die Zubereitung. Für einen guten Espresso ist ein gewisser Druck notwendig, den nur spezielle Maschinen erzeugen können. Eine klassische Variante ist die Siebträgermaschine. Dabei wird zunächst das Kaffeemehl in den Siebträger gedrückt. Anschließend fließt innerhalb von maximal 30 Sekunden heißes Wasser hindurch. Damit das Kaffeemehl beim Durchlauf genügend Widerstand leisten kann, ist ein feiner Mahlgrad von Nöten. Alternativ zur Siebträgermaschine kannst du deinen Espresso zum Beispiel auch mit einem Espressokocher oder einem Vollautomaten zubereiten.

Siebträgermaschine
Siebträgermaschine

Filterkaffee wird aufgebrüht

Kaffee hat eine deutlich längere Durchlaufzeit als Espresso. Das Wasser ist tendenziell kühler als bei der Espressozubereitung und läuft langsam und ohne Druck durch das Kaffeemehl. Der Mahlgrad kann aufgrund der längeren Brühdauer gröber sein. Die Zubereitungsarten für Kaffee sind vielfältig. Typischerweise wird Kaffee mit einer Filtermaschine oder per Handfilter zubereitet. Aber auch die French Press kommt häufig zum Einsatz.

Filterkaffee aufbrühen
Filterkaffee aufbrühen

Unterschiede in Aussehen und Geschmack

Ein gebrühter Espresso unterscheidet sich auch optisch von einem Kaffee. Der Druck bei der Zubereitung sorgt für die typische Schaumkrone auf der Oberfläche – die Crema. Kaffee besitzt dagegen wenig oder keine Crema und ist transparenter. Und wie sieht es mit dem Geschmack aus? Da Kaffee länger durchläuft, haben die Inhaltsstoffe mehr Zeit, sich aus dem Pulver zu lösen. Dadurch schmeckt Kaffee rund und aromatisch. Espresso ist konzentrierter als Kaffee und schmeckt somit kräftiger und intensiver.

Augen auf beim Koffeingehalt

Espresso ist als Muntermacher sehr beliebt. Doch hier lohnt es sich, genau hinzusehen: pro 100 ml enthält Espresso mit durchschnittlich 100 mg zwar mehr Koffein als Kaffee (80 mg). Allerdings ist eine Espressotasse viel kleiner als eine Kaffeetasse. Eine Tasse Espresso (25 ml) beinhaltet daher weniger Koffein verglichen mit einer Tasse Kaffee (100 ml). Der kräftige Geschmack allein sagt also nicht unbedingt etwas über den Koffeingehalt aus!

Wie viel Koffein im Kaffee oder im Espresso tatsächlich enthalten ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Je heißer und länger die Röstung, desto höher ist der Koffeingehalt. Das gleiche gilt für den Brühvorgang – je heißer und länger, desto mehr Koffein. Der Mahlgrad kann den Koffeingehalt ebenfalls beeinflussen. Eine weitere Rolle spielt die Zubereitungsart. Handaufgebrühter Filterkaffee enthält beispielweise mehr Koffein als Kaffee, der mit der Filtermaschine zubereitet wurde. Auch die Bohnen selbst bringen unterschiedliche Koffeingehalte mit. Bei Robusta-Kaffee ist er doppelt so hoch wie bei Arabica-Kaffee.

Ist Espresso gesünder als Kaffee?

Zu den Auswirkungen von Kaffee und Espresso auf die Gesundheit gab es immer wieder kontroverse Studien. Mittlerweile ist man der Auffassung, dass das Heißgetränk – in Maßen genossen – durchaus gesund sein kann. Wenn du einen empfindlichen Magen hast, solltest du lieber zu Espresso (z. B. unsere No. 7) greifen. Denn durch die längere Espresso-Röstung werden die in den Bohnen enthaltenen Säuren abgebaut. Bei Filterkaffee sorgt die lange Brühdauer außerdem dafür, dass mehr Säure aus dem Pulver gelöst wird und in den Kaffee gelangt. Daher ist Espresso besser bekömmlich als Filterkaffee.

Fazit

Es gibt drei Hauptkriterien, die den Unterschied zwischen Kaffee und Espresso ausmachen: die Röstung, die Zubereitung und die Inhaltsstoffe. Hier findest du noch einmal die wichtigsten Fakten im Überblick:

 

Espresso

Kaffee

Röstdauer

18 bis 24 Minuten

15 bis 20 Minuten

Farbe

dunkelbraun und glänzend

gelblich bis mittelbraun und matt

Mahlgrad

fein

mittel

Brühdauer

25 bis 30 Sekunden

2 bis 8 Minuten

Brühdruck

6 bis 9 bar

geringer Druck

Brühtemperatur

88 bis 94 °C

85 bis 91 °C

Koffeingehalt

100 mg / 100 ml

80 mg / 100 ml

Geschmack

kräftig und vollmundig

rund und aromatisch

Aussehen

feste Crema

keine Crema

Verträglichkeit

weniger Säure und besser bekömmlich

mehr Säure

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